Autokauf per Klick - Verkauft Amazon nun auch Autos?

7 May
2018

Amazon entwickelt sich immer weiter. Mit Büchern angefangen, ging es weiter über DVDs, Spielzeug bis hin zu Mode und sogar Lebensmitteln. Kommen jetzt auch Pkws in die Produktpalette? Der Internetriese hat vor diesen Schritt zu gehen.

Der Einstieg in das Neuwagengeschäft soll in Großbritannien beginnen. Dazu wurde mit dem ehemaligen Autoindustrie-Experten der Unternehmensberatung Oliver Wyman, Christoph Möller, hochkarätiges Personal für die Leitung des Projekts angeworben. 

Grundsätzlich ist das Geschäft mit Neuwagen im Internet nicht neu. MeinAuto.de und Mobile.de wickeln seit Jahren Geschäfte mit ihnen ab. Der Einstieg des Internetriesen alarmiert sie. “Wenn Amazon tatsächlich in diesen Markt käme, müssten wir das sehr ernst nehmen” meinte Meinauto.de-Chef Alexander Bugge gegenüber der Automobilwoche. 

Als Vermittlungsplattform für Händler ist Amazon schon aktiv. Opel hat mit dem Adam in Deutschland den Anfang gemacht. Der größte deutsche Renault-Händler Autohaus König zieht nach. Im Sommer 2017 konnte man den Renault Twingo über die Internetplattform reservieren und dann in einer der Filialen des Händlers leasen. Rund 800 Euro betragen dabei die Überführungskosten für den Händler. 


Etabliert sich diese Art des Autokaufes weiter, dienen Händler bald nur noch der Auslieferung. Bis jetzt hatten solche Aktionen den Charakter von Testballons. Doch nun macht Amazon mit der Einstellung von Möller und dem Start in Großbritannien Ernst.  

Händler sollten wachsam sein 


Aber das der digitale Autokauf sich dann in Deutschland durchsetzt, wie er es bei Mode oder Elektroartikeln gemacht hat, ist keinesfalls sicher. Laut einer Studie von Puls zeigen nur 24% der Autokäufer Interesse am Autokauf über die Plattform. Die Beratung, der persönliche Ansprechpartner und das Ansehen und Testen der Fahrzeuge zählen zu den wichtigsten Vorteilen eines Autohauses und haben bei Kunden großen Wert. Für Amazon hingegen sprechen der schnelle und einfache Kaufprozess. Für die Händler bedeutet das, diese Punkte bei sich selbst zu stärken und den Autokauf einfacher zu gestalten, um eine Gefahr der Verdrängung durch den amerikanischen IT-Riesen abzuwenden.


Probefahrt auf Knopfdruck


Eine andere Möglichkeit Amazon in den Autohandel einzubinden versucht im Moment Seat in Berlin und München. Die Automarke kooperiert mit Amazon Prime Now, um Probefahrten für den Seat Aron auf Knopfdruck anzubieten. Man kann auf der App oder im Internet ein Wochenende auswählen und einen Termin ausmachen. An diesem erscheint dann ein Seat-Produktexperte mit dem Vorführwagen und beantwortet Fragen während der Probefahrt. Zeigt dieses Projekt Erfolg, könnte es sich auf ganz Deutschland ausweiten. Hier bekommt man die Bequemlichkeit des Internets zusammen mit der persönlichen Beratung und dem Testen des Fahrzeuges. Eine Mischung die erfolgversprechend ist. 




Johannes Stoffel
Geschäftsführer

Als CEO ist Johannes der innovative Antrieb von 2trde. Hier schreibt er vor allem über aktuelle Branchenereignisse, Zukunftsvisionen und disruptive Entwicklungen.

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