Bringt die Fusion der Carsharing-Dienste BMW und Daimler weiter?

2 May
2018


18 Monate hat es gedauert, bevor Ende März endlich die Einigung bekannt gegeben wurde. Die beiden Erzrivalen BMW und Daimler fusionieren ihre Carsharing-Dienste car2go und DriveNow. Man will Kosten sparen. Aber zugleich auch eine Kampfansage in Richtung USA senden. 

Ein “ganzheitliches Ökosystem für Mobilitätsdienstleistungen zu schaffen, intelligent, nahtlos vernetzt und auf einen Fingertipp zur Verfügung”. Das ist das Ziel das die Rivalen aus Stuttgart und München verbindet. Dazu wurden nicht nur die Carsharing-Dienste DriveNow (BMW) und und Car2Go (Daimler) zusammengeführt, sondern zum Beispiel auch MyTaxi, ParkNow oder ReachNow. Also auch alles andere, was mit Taxivermittlung, Mitfahrgelegenheiten und Parkplatz- oder Ladesäulesuche zu tun hat.

Eine Flotte aus 20.000 Fahrzeugen mit insgesamt 40 Millionen Kunden weltweit in 31 Städten soll das Unternehmen umfassen. Die Aufteilung erfolgt gerecht. Jeder der beiden bekommt 50 Prozent des, auf knapp über eine Milliarde bewerteten, Unterfangens. 

Aber wieso kooperieren zwei Unternehmen, die nicht gerade für ihre Nähe zueinander bekannt sind? 


Zusammen ist man stärker


Die Not hat sie dazu getrieben. BMW, wie Daimler, haben erkannt, dass die wachsenden Verkehrsprobleme in Städten, der aufkommende Wunsch nach Elektroautos und in Zukunft das autonome Fahren das Geschäft extrem verändern werden. 

Und beide haben Zeit und Geld investiert, damit sie vorbereitet sind, doch sind noch zu klein, um wirklich Profit einzufahren. Bei Mobilitätsdiensten ist Größe entscheident um erfolgreich zu sein. Und diese Größe wurde schnell benötigt, denn Uber und Co. schlafen nicht. Uber ist, unter anderem, ein Vorreiter im Bereich des autonomen Fahrens. In Deutschland ist das Internetunternehmen nicht so präsent, wie in den Asien oder den USA. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit. “Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht”, lautet die Kampfansage von Daimler-Chef Dieter Zetsche.


Nicht das einzige gemeinsame Projekt 


Die Fusion ist nach das erste gemeinsame Projekt das die deutschen Konkurrenten verbindet. Zusammen arbeiten sie, zum Beispiel, an dynamischen Karten, die eine Grundlage für das autonome Fahren bilden. Oder an der Entwicklung eines Schnellladenetzes für Elektroautos entlang europäischer Autobahnen. Dazu wurde ein Start-Up mit der VW-Tochter Porsche gegründet. 


Fusion nur der erste Schritt? 


Der Duisburger Wirtschaftsprofessor und Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer kann sich gut vorstellen, dass diese Fusion nur der Anfang war. Denn der chinesische Autokonzern Geely, unter der Führung von Li Shufu, besitzt 9,7 Prozent der Daimler-Aktien und somit circa 5 Prozent des neuen Fusionsunternehmens. Geely ist auch der Mutterkonzern von Cao Cao, einem Mitfahrdienst für Elektroautos, welches bereits 10 Millionen Kunden in China hat. Mehr als doppelt so viele wie DriveNow und car2go zusammen. „Mobilitätsdienstleister werden durch Größenvorteile getrieben - und die findet man in China“, sagte Dudenhöffer. Inwiefern dieser weitere Schritt aber realistisch ist, wird sich in Zukunft zeigen. Nun muss zuerst die Fusion durch das Kartellamt abgesegnet werden.



Johannes Stoffel
Geschäftsführer

Als CEO ist Johannes der innovative Antrieb von 2trde. Hier schreibt er vor allem über aktuelle Branchenereignisse, Zukunftsvisionen und disruptive Entwicklungen.

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